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Ein Tag im Leben einer Künstlerin


28. Mai 2019


Wieder ein verrückter Tag liegt hinter mir. Heute war Abbau der Vogelscheuche und Mitnahme meiner Skulpturen vom Mitwitzer Künstlermarkt angesagt. Als ich am Schloss am frühen Nachmittag ankam, war erstmal niemand da. Ich verdrödelte mir die Zeit mit dem Handy. Eine dreiviertel Stunde später wurde mir dann der Stall aufgeschlossen, wo meine Skulpturen lagerten. Und es fing aus Eimern zu regnen an. Ich baute erst die Figuren in den Bus, anschließend baute ich im Regen die Vogelscheuche ab. Bloß gut das ich so nen schicken Reitregenmantel besitze, ich wäre bis auf die Knochen durch gewesen.

Anschließend habe ich drei Kanister Benzingemisch für die Kettensäge und das Moped geholt. Natürlich war auch hier der Tank alle und ich durfte wieder warten. Dann habe ich gleich meine gewonnenen Bayernlose in der Tankstelle eingelöst, immerhin Freilose von 16.- Euro. Vier neue Lose habe ich wieder gekauft und davon wieder ein Freilos und eine Zweite Chance gewonnen. Nach dem Spaziergang mit meinem Hund im Regen, wurde es Zeit zu meinem Kumpel zu fahren, der mir seinen Hänger zur Verfügung stellte. Seit einem halben Jahr stand ein Flechtwerk auf dem Golfplatz in Nagel bei Küps zur Leihgabe. Glaubt nicht das ich auch nur einen Cent dafür gesehen habe. Dafür habe ich ein ziemlich zerrammeltes Nest wieder mit heim genommen. Naja, das Nest, wie der Vogel werden jetzt bei mir am Atelier bleiben und es verschönern.

Ein Tag im Leben einer Künstlerin


21. Mai 2019


Ich bin sehr angespannt , ich hoffe mein Müllvogel steht morgen. Gestern ist er mir noch in der Werkstatt umgefallen, ich habe verstärkt und ausgebessert, so gut es mir einfiel. Ich musste mittlerweile einiges an Lehrgeld bezahlen, und den nächsten würde ich anders bauen. Nur jetzt habe ich nicht mehr die Zeit. Zu allem Übel habe ich dann auch noch gelbe Farbe umgeschmissen und im ganzen Atelier verteilt, auf den vogel und die Flügel. Die halbe Nacht habe ich gegrübelt wie ich die Flügel befestigen könnte.

Heute hat alles geklappt, doch beim auseinander bauen der Figur zum Transport morgen, ist sie mir nochmal umgefallen. Bis auf verbogene Dosen ist nach erster Sichtung nichts passiert. Ich habe am Abend dann noch das Schild zur Scheuche geschrieben, um natürlich auch auf das Müllproblem unserer Wegwerfgesellschaft hinzuweisen.

Schön wäre es, wenn es zum aufbauen in Mitwitz nicht mehr so viel regnet und alles klappt. Ich bin sehr gespannt auf die anderen vogelscheuchen. 



Ein Tag im Leben einer Künstlerin


17. Mai 2019


Natürlich habe ich auch die Ausschreibung in Belgien Art'pul bekommen. Dieses Jahr habe ich alles worauf ich mich beworben hatte auch gewonnen. Unglaublich.

Auf Belgien hatte ich mich wirklich gefreut, und nun musste ich dort absagen. So ein Mist. Ich schaffe es einfach zeitlich nicht, so viele Figuren zu bauen, das ich zwei Kunstmessen hintereinander bestücken kann. Und dann am besten auch noch Reserven habe. Echt schade.

Dafür wird meine Vogelscheuche für Mitwitz super schön. Über 50 Tetrapacks, über 10 Blechdosen und etliche Verpackungen habe ich darin verarbeitet. Mehrere Nachtschichten wurden absolviert, aber es hat sich gelohnt. Ich würde sie am liebsten behalten.

Ein Tag im Leben einer Künstlerin

28. April 2019


Nach einem fast sommerlichen Ostern, hat es sehr abgekühlt und regnet in Strömen.

Ein guter Tag, sich ein Feuer im Ofen zu machen und zu schnitzen.

Ich arbeite immer noch an meinen kleinen Mädchenfiguren, ich habe sechs Stück für eine Ausstellung, die siebente ist in Arbeit.

Ich bin sehr gespannt ob die Figuren die Jury in Belgien zur Art'pul überzeugen.

Vor einer Woche habe ich die Ausschreibung St. Blasien Intern. Bildhauersymposium gewonnen.

Das Jahr wird noch aufregend, ganz besonders freue ich mich auf mein Müllprojekt in Lübbenau SpreewaldAtelier.

Aber ich möchte noch nicht soviel verraten, nur soviel, ich sammel schön seit über einem Monat Milchtetrapacks.

Um mein Atelier herum, habe ich in meinem Garten viele Gewürze, Kräuter und Gemüse angebaut, alles wächst und gedeiht.

In meinem Holzlager ist ein Baumläufer eingezogen. Er hat so gar keine Angst vor mir, selbst wenn ich dort säge, fliegt er über mich weg oder klettert die Wand neben mir hoch.

Ein Tag im Leben einer Künstlerin!

13. Februar 2019


Mein Brennholz ist alle. Den halben Vormittag recherchierte ich im Handy, wo man in der Region ofenfertiges Brennholz kaufen kann.

Unweit in Ebersdorf fand ich meinen Holzhandel, ich bestellte einen Rauhfestmeter Fichte und einen Buche.

Am Mittag fuhr ich los, nahm meinen Vater als Hilfe mit und wir laufen meinen T4 Bus bis unters Dach mit Holz. Alles ging wie am Schnürchen, am Nachmittag gegen drei, hatten wir alles im Schuppen verstaut.

Ein super Tag, die Sonne schien. Leider fiel mir später meine Figur auf den Fuß. Ich bin herumgesprungen wie eine Gazelle vor schmerzen, jeder Tritt tat weh. Na Toll.

Ich humpelte heim, schaute nach, ich könnte meine Zehen kaum berühren. Dann schwollen sie an, eine Stunde später hatte ich komplett blaue Zehen. Ersteinmal den Nebenjob im Pferdestall absagen, ich hatte wirklich Sorge, das ich mir den Zeh gebrochen hatte.

Den Rest des Abends verbrachte ich mit Schmerztabletten sitzend am Küchentisch mit Blauklötzen. Ich wollte das Handicap nutzen für Ausschreibungen Modelle zu bauen. Mein Fuß tat kontinuierlich weh und schwoll weiter.

Beim Arzt kam raus das nichts gebrochen war, ich sollte die nächsten Tage den Fuß schonen. Die Moral von der Geschichte, neue Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen wären nicht schlecht zum arbeiten.

28. Januar 2019

Training für die Bildhauerei!

Seit über 10 Jahren arbeite ich, überwiegend erstmal mit der Kettensäge, an meinen großen und und kleinen Skulpturen. Danach stehe ich oft stundenlang am Schnitzbock oder sitze auf dem Fußboden und haue die Feinheiten heraus. Das geht leider nicht spurlos an meinem Körper vorbei, ich leide vermehrt an Rückenschmerzen, gerade auch dann, wenn ich lange gesägt habe. Manchmal war es schon so schlimm, das ich darüber nachdachte die Bildhauerei aufzugeben oder wenigstens das Material zu wechseln und wesentlich kleiner zu arbeiten. So entstanden auch deshalb meine kleinen bunten Mädchen. Sie sind einfach leichter zu tragen.

Rückenschmerzen hatte ich weiter.

Ich besuchte Rückenschulen und bekam eine Idee davon , wie einseitig ich mich tagtäglich belastet habe. Jetzt gehe ich regelmäßig reiten und mache seit gestern einen Pilates- Kurs mit. Ich hatte ja gedacht, ich bin durch meine körperliche Arbeit und meinem Hund noch halbwegs fit. Pustekuchen! Es fühlte sich so an als wäre ich stocksteif und kaum in der Lage auch nur ein paar Übungen gut zu absolvieren. Wie ein Sandsack bin ich über die Matte gerollt. Spaß hat es trotzdem gemacht und ich kann nur jedem empfehlen seinen Körper zu pflegen und zu trainieren, egal was für einer Arbeit man nachgeht.

Ein Tag im Leben einer Künstlerin!

8. Januar 2019


Es schneit, den Vormittag habe ich damit zugebracht meine Garagentore wieder begehbar zu machen. Leider schiebt der Winterdienst den ganzen Schnee in meinen Ateliereingang, so habe ich doppelt so viel Schnee wegzuräumen. Ich nehme es sportlich und mein Hund hat sowieso Spaß mit dem Schnee.

Umso schöner ist es dann, nach getaner Arbeit ins warme Atelier zu gehen, der Ofen knistert vor sich hin. Ein Holzofen ist einfach etwas wunderbares, ich liebe es dem Feuerspiel zu zusehen und diese kuschligen Atmosphäre zu genießen.

Leider muss ich nochmal raus in den Schneesturm, Holz herein holen, damit es noch etwas trocknen kann.

Momentan besteht der Künstleralltag darin Ausschreibungen zu machen.

Ich bewerbe mich zu Kunstmessen, Wettbewerbe, Bildhauersymposien und Stipendien. Auch Ausstellungen sind zu planen und zu organisieren.

Zum Schluss bleibt dann das Ausdenken und bauen neuer Skulpturen.

Angefangen habe ich mit einer Art Lampe oder Lichtskulptur. Die Idee ist simpel, ich möchte Hände schnitzen, welche dann eine Glühbirne halten oder eben das Kabel, an dem die Birne hängt. Die geschnitzte Hand wird dann auf ein altes Brett geschraubt und kann so an der Wand befestigt werden.

Ich finde die Idee schön um meine eigenen Messestände originell zu beleuchten. Aber vielleicht kommen diese Lampen auch bei meinen Kunden gut an. Der Prototyp ist gerade in Arbeit, ich habe Zirbelkiefer gewählt, der Duft ist betörend.

In meinem Ausstellungsraum habe ich die Weihnachtsdeco aufgeräumt, der Boden war übersät mit Fichtennadeln und der schöne Weihnachtskranz bestand nur noch aus braunen Ästen.

Die Leuchtet und Kerzen brennen allerdings noch jeden Abend, wenn ich arbeite.

Nebenbei zeichne ich neue Skulpturen, ein Selbstportrait und neue Entwürfe für Kleinskulpturen sind entstanden. Ich freue mich schon darauf, sie bunt anzumalen.

Zum dritten Mal habe ich heute Schnee geschippt, tja machen wir das Beste draus und holen wir die Ski aus dem Keller, leider kann ich nicht jeden Winter nach Portugal fahren.

Obwohl den nächsten Winter werde ich in Neuseeland bei meiner Schwester verbringen.

Ich finde die Vorstellung sehr interessant mit den Maori in der Sonne zu sitzen und Kauri-Holz zu bearbeiten 😊